TV 06 Limbach 3 - TTC Lautzkirchen; 15.03.2013

Du hast keine Chance - Nutze sie


Am Ende des Spieles waren sich alle einig, dass sie noch kein so langes Match mit gespielt hatten.

Nach 4 3/4 Stunden standen einige erstaunliche Zahlen auf dem Bogen:

- 71 Sätze, was einem Durchschnitt von 4,44 Sätzen pro Spiel entspricht,
-  1.365 Bälle, was kein Spiel im Saarland ab Bezirkliga in dieser Saison erbracht hat (im kürzesten 9:7 Spiel wurden 400 Bälle weniger gespielt). Dies heißt 19,2 Punkte pro Satz
- 13 Sätze gingen in die Verlängerung, 14 weitere endeten 11:9!!

Nun aber zur Dramaturgie dieses spannenden, gutklassigen und immer fairen Spieles:

Deutlich besser als in der Vorrunde, wo man Limbach mit 0:3 nach den Doppeln hinten lag, ging es diesmal los, und nur 2 Bälle fehlten, um den Vorrundenauftakt sogar umzudrehen. Denn Lachmund/Schiestel gewannen mit 3:0 (wie sich später herausstellen sollte blieb dies das einzige 3:0), noch klarer als Becker/Brunk (3:1) und Dreier/Seewald verloren 9:11 im Fünften.

Dann drehte Sven nach Niederlage im ersten Satz noch relativ deutlich das Spiel gegen Welsch. und Markus kämpfte in seiner unnachahmlichen Art Werner in 5 Sätzen nieder. Spannend war es dabei vor allem im 2. Satz, wo er nach 10:4 Führung einen Satzball abwehren musste, um 13:11 zu gewinnen. Leicht favorisiert ging daraufhin Peter gegen Orban an den Tisch. Aber irgendwie fand er an diesem Abend nie so ideal ins Spiel und musste trotz einem 11:1 (nach 10:0) im zweiten Satz die anderen 3 relativ deutlich abgeben zum zwischenzeitlichen 4:2. Dann kamen 2 Krimis parallel:

Jürgen mußte Krauss nach 2 deutlich gewonnen ersten beiden Sätzen mit jeweils 10:12 gleichziehen lassen und vergab bis dahin 4 Matchbälle. Doch im 5. hatte er dann das Quäntchen Glück und schaffte ebenfalls mit 12:10 einen nicht einkalkulierten Sieg. Am Nebentisch lag umgekehrt Yannik gegen Stigenbauer, seinen Uni-Trainingspartner 2:0 zurück. Nun ist Yannik nicht unbedingt für seine Nervenstärke bekannt, doch am Freitag war ihm das egal. Mit 14:12, 11:9 und nochmals 11:9 drehte er das Ganze und auf einmal lagen wir 6:2 vorne.

Aber Lautzkirchen bewies Kampfgeist. Mit fast fehlerfreiem Angriffsspiel gewann Fabian Walch gegen den 40 Jahre älteren Abteilungsleiter relativ deutlich 3:1. 2 weitere 3:1 Siege für Lautzkirchen folgten. Sven kam gegen das weiche Spiel von Werner ebenso wenig zurecht, wie Markus gegen das harte von Welsch. Auch wenn es ihm gelang, den zweiten Satz nach 3:9 noch zu "klauen", stand auch er am Ende mit leeren Händen da. Peter lieferte sich dann ein spannendes Spiel gegen Krauss und hätte sicher gewonnen, wenn er beim 14:16 im 1. und 11:13 im 5. Satz nicht einige "Big Points" verschlagen hätte. So war der schöne Vorsprung dahin.

Aber Jürgen bewies an diesem Abend, dass er nicht nur der Weltmeister des trainingslosen Spieles ist, sondern auch des Decken-Hochwurf-Aufschlages. Mit diesem unnachahmlichen Eröffnungsvariante brachte er Attila Orban soweit, dass der Schreie los ließ, die seinem Namensgeber zur Ehre gereicht hätten. Aber was raus muss, muss raus und es befreite ihn so, dass er endlich ein Rezept gegen Jürgen gefunden hatte und die Sätze 3 und 4 klar gewann. Doch glücklicherweise fand Becker zurück ins Spiel und schaffte die abermalige Führung. Doch der junge Walch ließ sich davon nicht beeindrucken und zeigte, dass die guten Tischtennisgene seiner Familie auch bei ihm vorhanden sind . Gegen Seewald gewann er ähnlich deutlich wie gegen Brunk. Nun hatte letzterer ein Deja Vu, stand er doch letzten Samstag auch vor der Situation den möglichen Sieg seiner Mannschaft offen halten zu können. Und auch diesmal gelang ihm dies. Zwar wogte das Spiel hin und her, da Stilgenbauer immer wieder auch 4 oder 5 Topspins hintereinander blockte, doch mit 11:5 im 5. mußte der dann doch seine zweite Niederlage einstecken.
Und auch zum zweiten Mal in 6 Tagen bekamen dann Peter und Sven die Chance mit einem Sieg im Schlussdoppel sich zu Helden zu machen. Und da sowas einfach Spaß macht, liefen sie auch diesmal wieder zu großer Form gegen das sicher gut spielende Doppel Werner/Krauss auf. Keinen der Anwesenden verwunderte es da, dass auch dieses letzte Spiel über 5 Sätze ging. Und sicher ist es ein Zeichen der derzeitigen Moral der Mannschaft, dass zum 6. Mal (von insgesamt 8) Limbach der Sieger hieß. So setzten beide einem großen Kampf die Krone auf und halten weiter das Fünkchen Hoffnung am Glimmen. Bedanken möchten wir uns auch hier nochmals bei Lautzkirchen für das sportliche Verhalten vor und während des Spieles.

20.03.2013